Kapitel 3 Wasser, Essen, Schlafplatz, Tasche
„Das ist ja noch nie passiert! Das geht doch nicht! Nitschent!“ Mus flucht wie ein Spatz und geht auf und ab. „Das muss ich jetzt erst mal abklären.“ Mit einem POFF verschwindet er. Einige Minuten später erscheint er wieder und sagt: „ Menton meint, dass das überhaupt nicht in Frage kommt. Du musst mein Freund sein.“ „Naja klingt so, als ob meine Auswahl an Möglichkeiten sehr klein ist. Ok dann sag mal, was du brauchst, um hier zu wohnen“, meine ich so freundlich, wie ich nur kann. „Also, ich brauche nur ein bisschen Wasser, Essen, einen Schlafplatz und eine Tasche, in der du mich mit rum tragen kannst“, meint er. „Aber eine gemütliche Tasche.“
„Okay, kümmern wir uns um den Schlafplatz.“ Ich ziehe meinen langen Schal aus einer Umzugskiste und knote ihn wie eine Hängematte an mein Hochbett. Nun lege ich auch noch eins meiner kleinen Kissen hinein und meine Babydecke. Mus flattert sofort hinein. „Voll schön“, seufzt er. „Brauchst du noch was?“, frage ich und zucke mit meinen Schultern. „Ähm, ich hab ein bisschen Hunger.“ Mus legt seine kleinen Pfoten auf den Bauch. Ein lautes Grummel ist zu hören. Ich schmunzele: „Na, da können wir was tun. Mama kommt gleich von ihrem Termin und geht noch einkaufen. Was isst du denn so?“ „Alles. Alles was scharf oder rot oder süß oder sauer ist. Am liebsten esse ich Drachenchili. Die oder die Scharfen, von denen man Feuer spucken muss.“ Mus leckt sich das Maul und schließt genießerisch die Augen. „Ich rufe mal Mama an.“ Ich renne in den Flur und hole mein Handy. „Was in Mentons Namen ist denn das?“, zweifelt Mus ein wenig überrascht. „Oh, das ist ein Handy!“, sage ich und drücke auf den Startknopf. „Ui, eine kleine Wunderkiste, kann man das essen?“ Er reißt mir überschwänglich mein Handy aus der Hand und schiebt es sich in den Mund. Er sieht aus wie ein Hamster mit viereckigen Wangen. Er fängt sogar an zu kauen, so dass sich das Handy in den Wangen bewegt. Ich muss so lachen, als er sich das Handy aus dem Mund zieht und angeekelt auf mein Bett wirft.
„Das ist ja widerlich.“ meckert er angeekelt und wischt sich mit den Pfoten über die Zunge. „Es ist auch nicht zum Essen da!“, lache ich.
„Wozu dann?“, fragt er entgeistert nach dem Motto: Wenn man es nicht essen kann, dann ist es nutzlos. „Man kann mit Menschen sprechen, die nicht bei dir sind“. „Ahhhhhhhhh, ja und warum sprichst du nicht mit den Menschen, wennn sie bei dir sind?“, fragt er verwirrt und legt den Kopf schief. „Weil ich Mama sonst nicht sagen kann, dass du noch Chilis willst“, sage ich ihm.
„Ok.“ Mus drückt eine Pfote auf die andere. Er hebt sie an und ich sehe einen Stempel. „Genehmigt.“ Er drückt den Stempel auf mein Handy. Damit verschwindet es.
